
Mein Grossvater war Fotograf, mein Vater setzte seine Arbeit fort. Als Kind begleitete ich ihn zu Aufträgen – mit zwei Kamerataschen unterwegs, als „Film-Junge“: Kameras übergeben, belichtete Filme entnehmen, beschriften und neu einlegen. Auch die hauseigene Dunkelkammer gehörte dazu; der Geruch von Fixierer ist mir bis heute vertraut.
Dabei lernte ich früh das Handwerk und den praktischen Umgang mit Optik, Technik, Bildkomposition, Langzeitbelichtung und Portraitarbeit. Auch die sorgfältige, präzise Arbeit an Reproduktionen gehörte dazu. Fotografie war kein Hobby, sondern Handwerk und Existenzgrundlage.
Mit der Digitalfotografie hat sich das Medium grundlegend verändert. Meine eigene Arbeit ist heute frei von Auftrag und Erwartung. Ich fotografiere aus Interesse, aus Aufmerksamkeit, aus dem Bedürfnis heraus, genau hinzusehen.
Die fotografische Begleitung der Fasnacht hat in unserer Familie Tradition. Mein Grossvater und mein Vater hielten das Fasnachtstreiben im Stettli fest. In eigener Regie führe ich diese Tradition teilweise weiter.
Arbeitsweise

Meist bin ich mit einer Normalbrennweite unterwegs – nah an der natürlichen Perspektive, oft bei f/1.2 und bewusst offenblendig. In der Nacht fotografiere ich durch Glas, im Regen, mit starken Reflexionen. Innen und Aussen überlagern sich, Realität und Spiegelung verschieben sich.
Ein leichtes Tele komprimiert und isoliert. Es schafft Distanz, verdichtet den Raum und löst einzelne Figuren aus ihrem Umfeld. So rückt das Wesentliche in den Fokus.
Weitwinkel nutze ich für architektonische Spannung und für bewusste Nachtaufnahmen. Linien, Flächen und Nachthimmel gewinnen an Präsenz. Der Raum wird zur Bühne für Licht, Struktur und Bewegung.
